„Die wundersame Wiederkehr des Elektrolasters“


Veröffentlicht am 24. Oktober 2016


AtTrack Geschäftsführer Dr. Ulrich Schiefer verfasste einen Artikel zu innovativen Antriebstrends in der Nutzfahrzeugbranche, der im September 2016 in der Zeitschrift Economic Engineering erschienen ist. Unter dem Titel „Wundersame Wiederkehr des Elektrolasters“ bekommt der Leser eine Vorstellung, in welche Richtung Nutzfahrzeuge sich in Zukunft weiterentwickeln. Die wichtigsten Informationen hieraus noch einmal zusammengefasst:

In Fach- und Tagespresse ist jüngst die Rede von massiven Entwicklungen im Bereich der elektrisch angetriebenen Nutzfahrzeuge. Betroffen sind sowohl leichte Transporter, als auch schwere Sattelzugmaschinen und Omnibusse.

Dazu passt, dass Daimler Anfang August den Urban eTruck vorgestellt hat, welcher mit einer Nutzlast von 26t ab 2020 auf unseren Straßen rollen soll. Auch MAN geht mit dem Wettbewerb und zeigte einen Elektrotruck auf der IAA in Hannover.

Offensichtlich hat sich die Meinung, dass der Lkw nicht für den Einsatz des Elektroantriebs geeignet sei kurzfristig gewandelt. Die Erklärung dafür findet man bei der genaueren Betrachtung der aktuellsten Batterietechnologien. Außerdem hat man bei Nutzfahrzeugen die Möglichkeit der einfachen Unterbringung selbst schwerer, sperriger Batteriepakete und das ohne schwerwiegende Nutzungseinschränkungen. Auch durch radnahe Antriebe ergeben sich weitere Package-Freiräume, was insgesamt zu einem effizienteren Fahrzeug als dem verbrennungsmotorgetriebenen führt.

Zudem ergeben sich Batterieauflademöglichkeiten während des Be- und Entladens der Nutzfahrzeuge ohne große Zeitverluste. Ein modularisiertes Batteriekonzept könnte sogar zum streckenspezifisch konfigurierten Lkw führen, da Nutzfahrzeuge im Gegensatz zum Pkw meist sehr ähnliche Streckenlängen zurücklegen.

Kurzfristig ist der Werksnahverkehr als Einstiegsszenario folglich sehr gut vorstellbar. Langfristig betrachtet ist das Emissionsreduzierungspotenzial beim Langstrecken-Lkw mit Sicherheit noch größer.

Am Ende stellt sich die Frage, warum erst jetzt so viele Überlegungen in diese Richtung stattfinden. Zu beantworten ist das vor allem mit dem Kostenfaktor. Elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge sind immer noch weitaus teurer als dieselgetriebene. In Zukunft braucht es deshalb nicht nur fallende Batteriepreise, sondern auch merkliche Zusatznutzeffekte. Hierbei fällt sehr wahrscheinlich die lokale Emissionsfreiheit des Elektrofahrzeugs am meisten ins Gewicht. Sie ermöglicht dem Betreiber beispielsweise die Einfahrt in städtische Umweltzonen, welche sonst nicht erlaubt wäre.


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