Ulrich W. Schiefer in der Reihe, warum ist eigentlich nicht schon lange……


Veröffentlicht am 08. Juli 2020


… das Taxi in zwei Räume aufgeteilt

Viele Menschen, Organisation und mehr noch Staaten denken darüber nach, was nach der Pandemie anders sein wird.

Wir wollen unseren Blog dazu nutzen Ihnen in den nächsten Wochen immer mal wieder einen speziellen Blickwinkel auf ein von der Pandemie betroffenen Teil der Mobilitätsrealität zu geben.

Oft ist es besser, früher anzusetzen und ich stelle deshalb die Frage auch unter der hypothetischen Annahme, es hätte gar keine Pandemie gegeben:

Schon ein erster Blick wirft eine Vielzahl von Fragen auf, ob der Stand der Technik menschgerecht ist.

Nicht selten sind Taxen Orte von gewalttätigen Übergriffen von Fahrer zu Fahrgast oder umgekehrt.

Ein weiterer Aspekt ist die zwangsweise Teilung eines sehr kleinen Innenraumes mit mehreren Menschen, was zwangsweise zur gemeinsamen Erleiden unerwünschter Einflüsse wie Geruch, Temperatur, Respiration, ….. führt. Wie können wir ernsthaft davon ausgehen, dass die Anforderungen an die Raumtemperatur des Fahrers, der die Nacht in dem jeweiligen Auto zugebracht hat, auch nur ähnlich sind zu denen des Fahrgastes, der grad unter der heißen Dusche war?

Konnte der Fahrer es jemals als gute Idee empfinden, wenn ihn sein Hintermann via intensiver Hustenstöße an seiner starken Erkältung teilhaben lässt? Und jetzt stellen wir noch die Pandemie-gefahren zu dem oben geschilderten Negativszenario dazu und fragen uns, wie lange wir uns überhaupt Taxen mindestens ohne Trennscheiben besser noch mit komplett getrennten Kompartiments überhaupt vorstellen können, respektive Lust dazu haben in solchen kutschiert zu werden.

Dabei ist es nicht so, dass es das was es dazu braucht nicht längst gäbe. Das London Taxi sieht zumindest so aus als hätte es die Frühtage automobiler Mobilität mitgemacht und hat die komplette Trennung „from the very beginning“.

Muss man da nicht sehr ernsthaft die Frage stellen, wie es denn sein kann, dass immer noch in der Mehrzahl der Länder der Welt, der Fahrgastraum von Taxen nicht vom „Führerhaus“ getrennt ist? Marketingseits betrachtet fragt man sich ob der Kunde/Fahrgast nichts anderes wollte, sich nicht anderes vorstellen konnte oder schlicht gar keinen Bedarf hatte, in diese Richtung zu denken?

Und man kommt zum Schluss, dass es eigentlich unumgänglich ist, dass Menschen die jeden Tag Dienst an einer Vielzahl von Menschen tun und dies in einer relativ statischen Position ausführen, dringend separiert gehören, zumindest durch eine Plastikscheibe. Und da ist es nicht mal notwendig einen Unterschied zwischen dem Kassenpersonal im Supermarkt oder dem Buschauffeur zu machen.

Wer das weiter denkt, kommt zum Schluss, dass diese Trennung sogar Anforderungen nach struktureller Integrität hat, würde sie doch in eleganter Form dafür sorgen, dass nicht der nicht angeschnallte hinten fahrende den Fahrer mit seiner eigenen Körperfülle erschlägt beim Crash.

In diesem Sinne ist wahrscheinlich der Lerneffekt der vielleicht durch die Pandemie über das „Das haben wir schon immer so gemacht“ obsiegt und zumindest dort den Menschen vor dem Menschen schützt, wo er dem anderen eine Zumutung ist.

Die PKW- und Busentwickler sind sicher gut beraten, wenn sie schon mal anfangen in die Richtung zu arbeiten, anstatt den Wettbewerber mit der besseren Lösung vorbei zu lassen.

(Das Bild ist ein Stock-Photo der London EV Company)


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